Eine Geschichte dazu:
"Marta geht morgens allein aus dem Haus. Sie ist 9 Jahre alt und geht zur Schule. Sie freut sich auf die Schule, denn Lernen macht ihr Spaß. Nicht nur ihr, den anderen Kindern auch. Sie ist gespannt, wie die Lehrerin darauf reagiert, was sie als Hausaufgabe gemacht hat. Sie sollten beschreiben, was ihnen der Begriff Vertrauen bedeutet - und das irgendwie zum Ausdruck bringen. Die Art der Ausdrucksweise war ihnen überlassen - ebenso, was sie evtl. für Materialien verwenden würden. Die Lehrerin meinte, es sei auch in Ordnung, wenn man nur etwas dazu sagen wollte und nix gestaltet.
Marta hat aus Fäden ein Netz gebastelt - die Idee kam ihr, als sie mit ihrer Mutter in der Hängematte lag. Sie weiß auch, daß Spinnen ganz starke Netze bauen können, ihr Netz hat auch ein wenig die Form eines Spinnennetzes - sehr bunt gemalt.Vertrauen ist für sie ein Netz, in das sie sich jederzeit ohne Bedingung fallen lassen kann und stärker noch als die Fäden eines Spinnennetzes, daß bedeutet Vertrauen für sie. Sie ist auch gespannt, wie die anderen Kinder diese Aufgabe gelöst haben und was für diese Vertrauen bedeutet.
Das letzte Mal sollten sie etwas recherchieren - ganz verstanden hatte sie den Begriff nicht. Sie nimmt sich vor, die Lehrerin nochmal danach zu fragen. Was ihr auch an der Schule gefällt ist, daß sie viele Fragen stellen können. Fragen, die dann auch eine Antwort bekommen, meist von den anderen Kindern erst einmal. Jeden Tag fragen die Lehrer nach den Fragen der Kinder. Diese schreiben dann die Fragen auf Zettel und geben sie entweder der Lehrperson oder werfen sie in einen Briefkasten. Täglich wird auch die Zeit genommen eine oder mehrere Fragen miteinander zu beantworten. Die Kinder werden zum selber nachdenken angeregt und wie sie selber eine Antwort finden können, als fertige Antworten präsentiert zu bekommen.
Die Lehrer sind offen für das, was die Kinder erlebt haben und oft wird auch das Thema der Stunde verändert. Sie sprechen nicht viele Worte, sondern spielen mit den Kindern. Gestern hatten sie Spiel zum Thema Vertauen. Sie erinnert sich daran - und es laufen ihr kleine Schauer den Rücken runter, angenehme Schauer, als sie sich daran erinnert, wie es war, von den andern aufgefangen zu werden, als sie sich rücklings vom Tisch in die Arme der anderen SchülerInnen fallen ließ. Sie versteht auch Peter, der bei diesem Spiel nicht mitmachen wollte und sich das Spiel lieber anschaute. Nach einiger Ziet machte er dann als Fänger mit.
Die Lehrerin hatte in nicht dazu überredet mitzumachen, sie hatte nur ein längeres Gespräch mit ihm, während die anderen Schüler dabei waren und interssiert zuhörten, was Peter dazu brauchte, nicht dieses Spiel mitzuspielen. Er lächelte, als er mitbekommen hatte, wie auch die anderen Kinder ihn verstehen konnten.
Sie freut sich auf das Gesicht des Mathe-Lehrers, der noch keinmal zu jemanden gesagt hat: "Das ist falsch". Er ist immer neugierig zu erfahren, wie die Kinder zu ihrem Ergebnis kamen. Seine Erklärungen, wieso er zu einem anderen Ergebnis kommt, sind einfach. Die Kinder fühlen sich wohl, weil sie begreifen, daß es nicht allein auf das Ergebnis ankommt und das die Ergebnisse auch anders sein können als die des Lehrers, ohne sich schlecht deswegen fühlen zu müssen.
Die anderen Kinder in der Klasse, die aus 12 Kindern besteht, fragen auch andere Schüler, warum sie zu ihren Ergebnissen kamen, sie lernen voneinander.
Streitigkeiten zwischen den Kindern werden zwar von den Lehren schnell aufgelöst - doch die Klärung, was zum Streit führte, machen die Kinder selber. Die spüren, daß die Gefühle und Bedürfnisse eines jeden Kindes genauso wichtig und wert sind, wie die ihren. Sie unterhalten sich zur Klärung deswegen über die Gefühle und Bedürfnisse um zu verstehen, wieso es zum Streit kam und um die Ursachen davon zu regeln.
Die Lehrer lernen auch von den Kindern, die sich die Lehrer selber aussuchen können. Dabei kann es auch vorkommen, daß ein älterer Schüler oder Schülerin zur Lehrerin erkoren wird. Das ist auch in Ordnung, wenn er/sie damit einverstanden ist. Die Klasse wird die ganze Schulzeit hindurch hauptsächlich von einem Lehrer oder Lehrerin begleitet, damit das gegenseitige Vertrauen und Verständnis wachsen kann.
Martas
Mutter war letztens auch wieder auf einer Schulkonferenz dabei, wo mit
den Eltern zusammen u.a. besprochen wurde, was und wie in
der Schule
gelehrt wird. Mama hatte auch Seminare an der Schule besucht, weil sie
verstehen wollte, wie diese Schule so funktionieren kann und was dahinter
für eine
Philosophie steckt. Zudem hatten die Lehrer auch gesagt, daß es ohne
die Unterstützung der Eltern nicht funktionieren kann.
Anfangs hatte Mama befürchtet, was da alles auf sie an Arbeit zukommt,
doch nachdem sie mehrfach Rücksprache mit den Lehrern hatte, war sie
beruhigt, da sie feststellen konnte, daß es auch als alleinerziehende
Mutter von ihr gut machbar war.
Marta kommt an der Schule an und sieht einige andere Kinder auch kommen. Es ist jetzt 8.30 Uhr. Sie wollte heute nicht schon um 7.30 Uhr kommen, weil sie gestern lange auch mit ihrem Vater gesprochen hatte, der sie abgeholt hatte. Sie weiß, daß die Lehrer ihr deswegen nicht böse sind, denn die Kinder können selber bestimmen, wann sie in die Schule kommen wollen.
Sie sieht ihre Klasse auf dem Schulhof und läuft zu ihnen, die anderen begrüßen sie, die Lehrerin auch ... und der Spaß geht weiter..."
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Kommentare, Kritik, Visonen, etc. bitte entweder im Forum -
oder per Mail an mich.
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